Guitar Center vor Pleite?

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Mike
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Guitar Center vor Pleite?

Beitrag von Mike » 20.11.2012, 18:08


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Hans Muff
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Beitrag von Hans Muff » 21.11.2012, 08:04

Hm, die Wirtschaftslage macht eben auch nicht vor unserem Hobby halt. Ist natürlich schade für so ein Traditionsunternehmen.
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guitarrero
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Beitrag von guitarrero » 21.11.2012, 10:29

Traurig. :(
Aber gerade das hier klingt so ekelhaft bekannt: " It’s the usual story. Outsource IT to India, freeze raises for years, increase management but cutting back on sales personnel by making them part-time, making it difficult to keep the floor covered."

Hmpf... dieser Kapitalismus und was der Mensch wieder draus macht. Der gleiche Bullshit überall, da kann es nur bergab gehen... :(

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Beitrag von Johnnie » 21.11.2012, 13:25

Im Instrumentenhandel hat man eben auch seit Jahren das gleiche Problem wie im Buchhandel - die Leute gehen in den Laden, lassen sich beraten, testen die Instrumente... und kaufen dann im Internet. Das Problem sieht man schließlich auch hier, wo viele mittelgroße Läden dicht gemacht haben. Und wie viele richtig gute Werkstätten für Gitarren gibt es noch in Deutschland?

Ich kann mir gut vorstellen, daß dieses Business echt hart und teuer ist. Die Hersteller binden einen an knallharte Verträge, der Wareneinsatz ist hoch, und dann kauft doch jeder das Billigding im Netz. Am Ende muss sich da eben jeder die Frage stellen, welchen Anspruch er an diese Läden hat und was er dafür bezahlen will...
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Hans Muff
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Beitrag von Hans Muff » 21.11.2012, 13:52

Das ist korrekt. Hier in Trier gab es bis vor ein paar Jahren drei mir bekannte Läden. Einer davon in dem Bereich, dass man dort wahre Schätze gebraucht finden konnte, mit guter Werkstatt, usw. Extrem klein, aber wirklich gut sortiert und informiert. Er musste als erster vor gut 10 Jahren dran glauben.
Der andere war eher im Mittelsegment angeordnet, etwas größer und auch auf Keys und P.A. spezialisiert. Die hatten null Ahnung und Preise als gäbs kein Morgen. Er hat vor gut 5 Jahren dicht gemacht.
Nun gibts noch genau einen Laden. Hauptsächlich auf Pianos und Keys spezialisiert, mit kleiner Gitarren (A und E) - Abteilung. Aber nur Einsterigerklasse und NoNameprodukte. Dieser Laden rettet sich von Insolvenz zu Insolvenz und besteht offensichtlich nur durch blutige Anfänger. oder durch ein, zwei Steinway-Verkäufe pro Jahr?!?!? Ich geh da nur rein, wenn ich zufällig in der Gegend bin.

Was mich nur wundert ist, dass das GC als "größter" Laden nicht auch die Internetschiene eingestiegen ist wie andere. Wenn ich mir angucke wie andere Läden sich gegenseitig unterbieten, ist das aber auch kein Wunder. Hier besteht nur der, der den längeren Atem hat.
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Beitrag von Axel » 21.11.2012, 14:09

Es ist echt zum K****n, jeder will immer nur den günstigsten Preis, selbst aber am liebsten innerhalb weniger Tage Millionen verdienen. So funktioniert das System aber leider nicht. Sehr weitreichendes Thema.

Ich denke aber auch das die Inhaber vom GC es "verpasst" haben auf den Online-Shop Trend aufzuspringen.

Würde das aber jeder tun, gäbe es bald keine vernünftige vor-Ort-Beratung mehr und die Leute müssten sich ausschließlich auf Bedienungsanleitungen, sowie auf Testberichte im Internet verlassen. Dann noch 30 Tage Rückgaberecht und DHL, UPS uvm. freuen sich ein Loch in den Bauch.

In meinen Augen geht nichts über die persönliche Beratung von fachkundigen Personal, dann bin ich auch immer bereit gewesen etwas mehr zu zahlen, hatte aber stets einen persönlichen Ansprechpartner wenn mal was war und das war immer sehr angenehm. Wer mal im Guitar Center in Köln war, weis was ich meine. Je kleiner die Läden und je mehr Tattoos die Jungs hinter der Kasse haben, je cooler meist die Beratung. Das kann natürlich kein Online-Shop der Welt bieten, auch wenn die meist günstiger sind.

Hier bei uns in der Stadt gibt es seit Jahren keinen einzigen Musikalienhandel mehr. Ich musste also immer nach Köln fahren.
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Beitrag von Silhouette » 21.11.2012, 14:20

Axel hat geschrieben:
Je kleiner die Läden und je mehr Tattoos die Jungs hinter der Kasse haben, je cooler meist die Beratung.
:lol: :lol: :lol:

Die Anzahl Tattoos des Service Personals ist direkt proportional zur empfundenen Service-Qualität. :lol:

Ich muss zugeben dass ich auch großen Nutzen von Thomann und deren Services wie 30 Tage Money Back mache.

Aber Gitarren als auch Amps hab ich schon immer gebraucht und wenn neu dann mit Beratung gekauft.

Allerdings habe ich zum Thema Guitar Center schon oft gehört dass sie gerade im Ladengeschäft kein guten Service geboten haben: schlecht eingestellte Ausstellungsstück, unkomptetente Verkäufer etc. wurden da genannt.

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Beitrag von Axel » 21.11.2012, 14:27

Silhouette hat geschrieben:
Axel hat geschrieben:
Je kleiner die Läden und je mehr Tattoos die Jungs hinter der Kasse haben, je cooler meist die Beratung.
:lol: :lol: :lol:

Die Anzahl Tattoos des Service Personals ist direkt proportional zur empfundenen Service-Qualität. :lol:
Das war natürlich ein Spaß :wink: :lol:
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Beitrag von Mike » 21.11.2012, 15:41

Also ich wurde im GC immer Super beraten und bedient. Mag natürlich sein, dass ich als ausländischer Kunde auch einen Bonus hatte. Wenn ich aber sehe, wie sehr jeder nur noch "billig" will, könnte ich k!?'h!!-/. Es geht nichts über eine fachmännische Beratung und einen guten Kontakt zu seinem Gitarrenspezi. Ehrlich, ich kaufe nur bei Real Guitars in Leverkusen. Der Ulli hat immer tolle Boutique Geschichten da, und mir wird zu meinen Soundwünsvhen immer etwas geboten. Da komme ich nicht in die Bedrouille mir zig Pedale zur Ansicht zu bestellen. Wenn wir alle nur noch den Chinakram kaufen, geht der Musikalienhandel unter. Es ist doch in diesen Zeiten schon schwer genug Instrumente zu verkaufen. Für Anfängerinstrumente gelten andere Gesetze. Das GC in den USA kann man auch nicht mit so einem Musik-Kaufhaus wie dem Music Store vergleichen. Deshalb ist es umso trauriger dass der Laden vor dem Konkurs steht - ist zwar weit weg, aber es spiegelt die Auswirkungen unseres Kaufverhaltens gut wieder. Solange ich die Euros übrig habe kaufe ich lokal.

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Beitrag von Hans Muff » 21.11.2012, 16:01

Wobei das auch immer auf das aktuelle Angebot ankommt. Ich bin von der Fraktion, dass ich gerne gebraucht kaufe und auch am liebsten persönlich vor Ort neu kaufe. Wenn ich aber sehe, dass das mir angebotene Produkt gebraucht nur 10-20 % günstiger angeboten wird, dann lehne ich ab, kaufe dann ggf. lieber neu. Bei Neukauf genauso. Ist der Preis vor Ort nur ein paar Euro teurer, dann geht das voll in Ordnung. Bezahle ich aber für ne Gitarre im Wert von 2.500,- Euro irgendwo anders 2.100,- Euro (und handeln da auch nix meh bringt), dann greife ich lieber auf den Onlineversand zurück.

Wobei handeln vielleicht auch noch ein gutes Thema hierzu ist. Viele lassen sich von Preisen im Schaufenster abschrecken und denken sich: Nö, da kauf ich lieber online.
Dabei sind viele Händler gerne bereit einem entgegenzukommen. Natürlich darf man es nicht übertreiben, bzw. muss man abschätzen, ob es überhaupt was bringt. Aber so hat man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Ich bin sogar mal so weit gegangen, dass ich als langjähriger Thomann-Online-Kunde (sehr zufrieden!!!) auch bei gewissen Produkten vorher angerufen habe und um Preisminderung gebeten habe. Dem ist man in 3 von 4 Fällen, nicht gerade unerheblich entgegengekommen. Einziger Nachteil: ich musste Vorkasse leisten (was mir aber bei einem solchen Unternehmen nichts ausmacht).

Ich würde auch lieber hier um die Ecke persönlich einkaufen. Aber das nächste hier von Trier ist im Saarland das Six & Four (ca. 1 Stunde entfernt und nicht wirklich groß) oder eben Köln (gut 2 Stunden Autofahrt). Jeweils ein Weg! Von daher werde ich nicht für ein Pedal oder ein Mikro diesen Weg wählen. Bei größeren Investitionen aber schon.
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