DT "The Astonishing" Album 2016

Hier dreht sich alles um Dream Theater und die anderen Bandmitglieder

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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Hans Muff » 23.03.2016, 07:16

Morgen ist es so weit. Die Spannung steigt und ich hoffe nach wie vor, dass mich das Gesamtkunstwerk Musik, Licht, Visuals und Bühnenshow mehr überzeugen kann als es die pure Platte bisher getan hat.
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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Mike » 23.03.2016, 19:21

^Wird bestimmt gut - lasse mal hören wie es dir gefallen hat. So weit schon mal viel Spaß!

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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Hans Muff » 27.03.2016, 00:28

Es war gut!!! Alles weitere im entsprechenden Thread...
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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Simply Joe » 04.04.2016, 07:33

Nachdem ich am Wochenende nach langer, langer Zeit mal wieder The Wall gehört habe, fielen mir spontan ein paar Stücke auf, von denen JP/JR sich möglicherweise für The Astonishing haben inspirieren lassen.

Etwa Goodbye Cruel World/Bring The Boys Back Home/Outside The Wall, die sich für mich ein bisschen wie der Ausgangspunkt für das Brother Can You Hear Me-Thema mit seinen verschiedenen Variationen anhören. The Trial erinnert mit seiner Theatralik etwas an Lord Nafaryus. Und bei Mother denke ich an A Savior In The Square/Our New World, wegen der ähnlichen Machart der (krummen) Taktwechsel. Auch enthält The Wall ebenso wie The Astonishing viele ruhige Songs, was aber auch einfach nur Zufall sein kann.

Empfindet jemand das ähnlich, oder überinterpretiere ich vielleicht? Habt Ihr andere Inspirationsquellen gefunden?

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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Dominik1986 » 04.04.2016, 14:21

Du sprichst mir aus der Seele, ich habe sowas auch schon ein paar Posts vorher geschrieben, dass mich The Astonishing sehr an The Wall erinnert hat

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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Axel » 06.04.2016, 17:59

Auch mich erinnern einige Parts an Pink Floyd, was ja nicht unbedingt negativ sein muss :wink:
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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Simply Joe » 07.04.2016, 07:46

Das freut mich, das ich nicht der Einzige bin, der das so sieht, bzw. hört.
Axel hat geschrieben:Auch mich erinnern einige Parts an Pink Floyd, was ja nicht unbedingt negativ sein muss :wink:
Wohl wahr - es gibt sicher unangenehmere Vergleiche...


@Dominik1986: Jetzt bin ich auch auf Deinen früheren Beitrag gestoßen, den ich nachfolgend noch einmal zitieren möchte - schließlich bist Du der "The Wall-The Astonishing-Ähnlichkeits-Erst-Entdecker":
Dominik1986 hat geschrieben:So heute extra früher aufgestanden, damit ich das Album noch vor der Arbeit hören kann...
WOW Hammer! Einfach geil! Mir gefällt es wirklich sehr gut! Aber irgendwie musste ich dabei immer an Pink Floyd's The Wall denken :-D

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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Dominik1986 » 10.04.2016, 11:21

@Simly Joe
Ach Unsinn :-)
Finds aber klasse, dass das noch jemanden auffällt ;-)

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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Simply Joe » 08.05.2016, 11:17

Angesichts der Vielzahl an extrem negativen Reaktionen aus Fankreisen auf das Album möchte ich doch noch einmal die Frage aufwerfen, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn JP es als Solo-Projekt veröffentlicht hätte.

Der gewisse "Musical-Touch" und das Überwiegen von ruhigen (bis hin zu kitschig-seichten) Passagen bewirken, dass eine Menge Leute The Astonishing nicht als "echtes" DT-Werk akzeptieren wollen - und ich kann sie in gewisser Hinsicht verstehen; denn egal, was man persönlich von dem Album hält (ich selbst habe eine wohlwollend-positive Haltung entwickelt): es ist absolut keine Gemeinschaftsarbeit, sondern ganz eindeutig JP's "Baby".
Entsprechend hätte er das Projekt unter seinem Namen vermarkten sollen, wie ich finde.

Der Imageschaden, den die Band jetzt erlitten hat, lässt sich sicher nicht so leicht reparieren. Am ehesten vielleicht, indem man so bald wie möglich ins Studio zurückgeht und (wirklich) gemeinsam etwas Neues entwickelt - eine Art "Train of Thought Pt.2", oder so ähnlich.

Wie denkt Ihr darüber? Könnt Ihr meine Überlegungen nachvollziehen, oder mache ich mir unnötig Sorgen um DT?

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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Hans Muff » 10.05.2016, 19:46

Erst mal Sorry, dass ich jetzt erst antworte. Ich komme im Moment zu nichts...

Das Album hat bei mir nun auch einen Eindruck hinterlassen, wie ich es am Anfang noch nicht erwarten konnte. Mir gefällt es immer mehr und ich tauche immer tiefer in diese Soundwelt ab.
Bisher hat es immer etwas gedauert. Aber so lange noch nie. Und ich glaube es liegt exakt an den von dir genannten Punkten. Es ist und bleibt ein Stückwerk von John, welches von Jordan verfeinert wurde. Der Rest durfte halt mitmachen :-) Eben kein wirkliches DT Album.
Ob die Band dasurch nun einen Schaden erlitten hat, das vermag ich nicht zu beurteilen. Aber die Erwartungen an ein baldiges Kontrastalbum dürften hoch sein.
Ich denke also, dass Deine Gedanken ihre Berechtigung haben. Aber Sorgen muss man sich nicht wirklich machen.
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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Johnnie » 11.05.2016, 12:03

Vielleicht wie "The Final Cut", bei dem Roger Waters abwertend reinschreiben ließ: "performed by Pink Floyd"... :wink:

Wollen wir mal nicht hoffen, dass die Analogie weitergeht - immerhin haben sich dann Waters und Gilmour heillos zerstritten und der Zampano flog aus der Band.. aber das hatten wir ja in ähnlicher Form schon bei DT :twisted:
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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Simply Joe » 15.05.2016, 08:36

@Hans Muff:
Du musst Dich für nichts entschuldigen! Außerdem war das doch eine sehr zeitnahe Reaktion, wie ich finde - ganz im Gegensatz zu meiner...

Wahrscheinlich hast Du Recht: man sollte vorsichtig sein mit der Verwendung eines Wortes wie "Imageschaden" - das ist wohl mehr eine Befürchtung meinerseits, als eine feststehende Tatsache. Warten wir in Ruhe ab, wie es weitergeht.

Dass Dir The Astonishing immer besser gefällt, freut mich - ich finde das Album über weite Strecken ebenfalls großartig; leider verhindern für mich die immer wieder auftretenden seichten Momente, dass ich es als Meisterwerk bezeichnen könnte. The Wall, The Lamb lies down on Broadway und nicht zuletzt Scenes from a Memory sehe ich dann doch noch eine Stufe darüber.

@Johnnie:
Ist das der "Konzeptalbum-Fluch"? - es kam ja auch bei Genesis nach The Lamb zum Bruch. Allerdings wüsste ich nicht, dass es zwischen JP und den anderen solche Spannungen und Differenzen gibt, wie damals zwischen Gabriel und seinen Kollegen oder Waters und Gilmour, so dass für DT von dieser Seite sicher keine Gefahr besteht, oder?

Witzig am Rande ist übrigens, dass ich bei The Gift of Music anfangs statt "My brother Gabriel is all the hope we need" immer verstanden habe: "Another Gabriel is all the hope we need" - ich dachte, DT wollten damit ausdrücken, dass die heutige Musikszene einen neuen Peter Gabriel braucht :oops:

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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Simply Joe » 24.06.2016, 11:07

Ich habe kurz überlegt, ob ich diesen Beitrag nicht unter der Rubrik "Theorie" einstellen sollte, mich dann aber dagegen entschieden,
weil es mir hier weniger um musiktheoretische Aspekte geht, als vielmehr um das Zusammenwirken von Text und Sound im Rahmen der Hintergrundgeschichte von The Astonishing.

Konkret möchte ich im Folgenden ausführen, warum "A better Life" mein persönlicher Lieblingssong des Albums ist.

Das Stück hat einen sehr interessanten Aufbau, wie ich finde, der im direkten Zusammenhang mit der Story steht.
Auch wenn Euch die natürlich bekannt ist, gehe ich bei meiner kleinen Analyse dennoch auf sie ein, zwecks Abgleich mit der musikalischen Umsetzung.

In dem Song stellt Arhys sich gewissermaßen dem Hörer vor, und erläutert dabei seine Motivation als Anführer der Rebellenarmee.
Schon im Intro wird deutlich, dass sich hinter seiner harten Schale in Wahrheit ein weicher Kern verbirgt:
auf militärisches Poltern folgt ein schmerzhaft-schönes kammermusikalisches Zwischenspiel.

Dann beginnt das eigentliche Stück: Arhys zeigt sich von seiner selbstbewussten Seite, demonstriert seine Entschlossenheit,
der Unterdrückung des einfachen Volkes ein Ende zu bereiten - entsprechend klingt die musikalische Untermalung: pathetisch-breitwandig und relativ heavy.
Arhys sieht sich als verlängerter Arm seines Bruders Gabriel, dessen besondere Gabe für ihn der Schlüssel zum Erfolg ist.

Ein emotionaler Appell an seine Mitstreiter, die Gunst der Stunde zu nutzen ("This is the moment, Now ist the time"),
scheint ihn dann selbst so aufzuwühlen, dass der Panzer, den er sich zugelegt hat, langsam zerbricht. Die musikalische Umsetzung
gelingt hier mit einem hymnischen Gesangspart (ab "We all long for a better life..."), dem ein traumhaft schönes Gitarrensolo folgt,
das im weiteren Verlauf mit diversen Taktwechseln und harmonischen Wendungen daherkommt, die Arhys' Gemütswallungen zum Ausdruck bringen.
Schließlich liegt er "nackt auf der Couch" und offenbart - zu schlichter Klavierbegleitung - sein Innerstes, seinen persönlichen Antrieb in der ganzen Sache:

seiner Frau Evangeline, die bei der Geburt des gemeinsamen Sohnes starb, versprach er die Erfüllung ihres letzten Wunsches,
nämlich, dass es ihrem Kind einmal besser gehen möge als ihnen. Ihren Tod hat er nie verwunden, aber seitdem schöpft er Kraft aus der Erinnerung an sie,
verbunden mit dem unbedingten Willen, ihren Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.

Passend unterstreichen die stakkatohaft wieder einsetzenden Instrumente seine Entschlossenheit und bereiten den absoluten Höhepunkt des Songs vor:
einen mehrstufigen Chorus, in welchem Arhys sich quasi "unter Tränen" direkt an Evangeline wendet. Die Musik steigt dabei zu immer neuen emotionalen Gipfeln auf,
um schließlich in einen friedlich-optimistischen D-Dur Akkord zu münden, mit dem der Song dann endet.

Ich finde nicht nur den Aufbau originell, sondern das gesamte Stück. Wie Text und Musik hier symbiotisch verbunden sind, ist schon ziemlich einmalig.
Und die Schlussphase erst! Das Album enthält viele fantastische Passagen, aber keine berührt mich so wie diese hier.

Gibt es vielleicht jemanden, der meine Begeisterung für "A better Life" teilt? Vor allem aber interessiert mich, welche Lieblingssongs andere Leute im Forum haben.

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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Hans Muff » 25.06.2016, 18:55

Uh, hier geht es aber sehr ins Detail! Sagenhaft.

Das verrückte ist, dass du genau meinen Lieblings Song rausgerückt hast. Ich gebe zu, ich habe mir noch nicht mal halb so viel Gedanken dazu gemacht wie du. Aber unterm Strich kommt genau das gleiche raus. Mein absoluter Favorit auf der Platte, welche immernoch dauerhaft bei mir läuft. Ich kann es selbst nicht wirklich fassen. Aber nach der anfänglichen Problematik ist das Album von mir nicht mehr wegzudenken.

Schöne Zusammenfassung Simple Joe. Danke dafür.
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Re: DT "The Astonishing" Album 2016

Beitrag von Simply Joe » 26.06.2016, 08:00

@Hans Muff:

Dass "A better Life" auch dein Lieblingsstück ist, freut mich total! Das hätte ich kaum zu hoffen gewagt.

Danke für das Lob! Das Ganze ist am Ende ausführlicher geworden, als geplant. Ich hab offenbar zuviel Zeit (Urlaub)...

Mit dem Album geht es mir wie dir: ich möchte es nicht mehr missen - wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, kommt man nicht mehr davon los.

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