Was macht für Euch ne gute Gitarre aus?

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Hans Muff
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Was macht für Euch ne gute Gitarre aus?

Beitrag von Hans Muff »

Ich bin derzeit bei mir Zuhause am Umbauen und komme daher nicht zum Gitarre spielen. Daher macht man sich immer Gedanken und ich im Besonderen neige dann immer dazu etwas G.A.S. zu bekommen. :lol:

Diesmal hat aber eher die Vernunft gesiegt, wobei ich mich gefragt habe, ob es nicht an meinem bestehenden Equipment liegt. Nur mal ein Beispiel:

Ich überlege derzeit wieder eine Ibanez JEM zu kaufen. Hatte früher zwei Stück und bin auch nach wie vor fasziniert von diesem Instrument. Allerdings ist mir das Brett fast zu eindimensional, verglichen mit meiner PRS 513. Dafür hat sie halt ein Floyd Rose, welches ich eigentlich gerne wieder "missbrauchen" würde :lol: . Aber nur deswegen 2.000,- Euro verjubeln?!? Eher nicht. Zudem ist das Tremolo meiner JP7 ja auch sehr gut. Das ist aber ne 7er und nicht ganz so flink wie ne JEM.
Es drehte sich immer weiter im Kreis bis ich mir sagte: "Nein! Diesmal nicht!!!"

Ich bin mit meinen beiden (nein, die Strat vergessen :evil: ) E-Gitarren mehr als glücklich. Die JP7 gibt diesen grandiosen Tonumfang, den man nicht aus einer tief gestimmten 6er bekommt. Dazu der geniale Hals und der dichte, drückende Sound. Perfekt, wenns mal etwas zur Sache gehen soll.
Meine PRS ist das genaue Gegenteil. Leichter, luftiger Klang, der auch mal rotzig daherkommen kann mit diesem unverwechelbaren Hals. Dazu die prickelnde Optik beider Sahnestücke in Form und Farbe (Das 10-Top der PRS ist einfach geil!!!).
Gerade die PRS lässt mich eher selten etwas vermissen. Wenn überhaupt, dann wirklich nur das FR Tremolo, welches ich, wenn es denn da wäre womöglich eh nur sparsam einsetzen würde.

Für mich macht eine richtig gute Gitarre daher ganz klar der Klang, aber mindestens genauso der Hals in Kombination mit Form und Farbe aus. Eine Gibson Firebird X könnte sich von alleine spielen wie der Teufel und mich zum Meister machen, das Ding würde ich mir nicht umschnallen. Passt nicht zu mir.

Ich denke fast meine perfekte Gitarre gefunden zu haben.

Aber nun zu Euch: Was macht für Euch eine richtig gute Gitarre aus? Auf was achtet ihr am meisten? Was ist Euch wichtig und was ist ein NoGo? Habt ihr schon euer perfektes Instrument gefunden oder gar gefunden und wieder verkauft? Lasst mal was hören.
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Mike
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Beitrag von Mike »

Oh, das ist eine verdammt gute Frage. Neben den Faktoren Klang und Aussehen, finde ich sollte sie dich in erster Linie inspirieren. Dieser Augenblick wenn du die Gitarre ancheckst und sie zu dir spricht und du auf einmal Dinge spielst, die sich von deinem Alltagsgedudel unterscheiden. Mittlerweile gehe ich aber fast nur noch nach Ton, da ich auch oft die allerhässlichsten Gitarren noch cool finde - nur wenn zuviele Knöpfe dran sind, das mag ich nicht. Halsmäßig lege ich mich nicht fest, meine Historic Les Paul hat einen Baseballschläger-Hals, der aber so perfekt geformt ist, dass ich ihn einfach liebe, meine Strats hingegen haben ein ganz anderes schmaleres Profil.

Meine Überzeugung ist, dass man eigentlich im Leben und bei unserem Normalo-Gitarrensammlungs-Ausmaß eh nur eine einzige dabei hat, die einen richtig anspricht und ich meine damit wirklich so richtig! Alle anderen sind Beiwerk, seien sie auch noch so toll und teuer und oft sind sie auch mit dem Anspruch auf Sound-Vollständigkeit angeschafft.

So sieht es bei mir aus:
- Modifizierte Jimmie Vaughan Fender Strat - das Teil ist mit mir durch die Hölle und zurück. Keine fühlt sich so an wie sie und sie klingt dazu auch noch extrem gut. Meine eigentliche No.1
- Fender Strat Baujahr 1976 - Hat mich mit ihrem schier unfassbarem Ton in ihren Bann gezogen, obwohl ich gar nicht so der Sunburst Typ bin. Aber sie hat so viel Mojo, da hält keine andere mit und diese Geschichte und die vielen Auftritte die sie seit Mitte der Siebziger gespielt hat (gehörte einem sehr gebuchten Blues Musiker aus Köln) flößt mir irgendwie Respekt ein - sie ist so etwas wie die Mutter meiner Gitarren Smile Kann man alles schlecht in Worte fassen, aber sie hat alles was dich als Gitarrist glücklich macht.
-Historic Les Paul, auch ein Traum, aber Lichtjahre von den anderen beiden entfernt. Die Gitarre auf die ich am ehesten verzichten könnte - Blasphemie ich weiß. Aber sie ist mit 3,7 Kilo auch noch eine verdammt attraktiv leichte Klampfe und ich würde keine schweren Anker mehr spielen wollen!

Okay, unterm Strich mag ich ein "broken in feeling", also nicht so klinisch neu (nein, ich meine keine Relic Gitarren! Normale Klampfen können das auch ohne künstliche Schrammen!), dann muss sie luftig klingen auch bei der Zerre...der Rest ist unterbewußt, zu schwer zu beschreiben, obwohl ich mag die Außenseiter, keine Ahnung, muss an meiner sozialen Ader liegen, hahahaha.

Nochmal kurz zu deinen JEM-Gedanken. Wir sind ja alle immer auf der Suche und ich finde wir sollten auch ausprobieren so viel und solange es geht, denn manchmal öffnet sich ein Türchen und eine neue No.1 schlüpft hindurch und das ist etwas Wunderbares! Versuch macht kluch...
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Re: Was macht für Euch ne gute Gitarre aus?

Beitrag von joe web »

Hans Muff hat geschrieben: Aber nun zu Euch: Was macht für Euch eine richtig gute Gitarre aus?
...wenn Ernie Ball / Music Man auf der kopfplatte steht. :)
ganz simple antwort, aber die trifft es in meinem fall wirklich.
egal ob eine JP oder eine EVH oder die echt geniale SM-Y2D, oder auch eine Silo Special (wenn es mehr strat style sein muss)....alles tolle teile.
auch sehr schön vom handling, sound und verarbeitung sind die Peavey Wolfgang gitarre. die neuen EVHs konnten mich bisher noch nicht so überzeugen.
aber ein unfinished bidseye neck ist einfach eines der besten gefühle in der hand beim spielen.
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Johnnie
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Re: Was macht für Euch ne gute Gitarre aus?

Beitrag von Johnnie »

joe web hat geschrieben: ...wenn Ernie Ball / Music Man auf der kopfplatte steht. :)
Ist dem noch was hinzuzufügen?? :lol:

Ich muss auch sagen, daß die MusicMan-Gitarren mich immer wieder aufs Neue umhauen. Vor kurzem konnte ich die 3. Evolution der Luke spielen, und sie ist einfach unglaublich gut. Liegt sofort so in der Hand, als wäre sie schon Jahre dabei...
Meine Entscheidung, die EVH zu kaufen, habe ich keine Sekunde bereut. Sie reagiert auf kleinste Details in meinem Spiel - ich probiere mittlerweile Sachen aus, an die ich vorher nicht mal gedacht habe... Das macht eine gute Gitarre aus - wenn du aus dem Experimentieren mit neuen Tönen gar nicht mehr heraus kommst :wink:

Und noch eine Sache: wirklich genial ist es, wenn Du das "Reifen" der Gitarre mitverfolgst. Meine Strat war als Neukauf ein ordentliches Arbeitstier, aber nach mittlerweile zehn Jahren merke ich, daß der Ton "erwachsener" wird, daß wir uns mittlerweile angenähert haben. Solche Momente sind unbezahlbar: wenn Du merkst, daß die Gitarre ein Teil Deines Spiels geworden ist... :D
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Mike
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Re: Was macht für Euch ne gute Gitarre aus?

Beitrag von Mike »

Johnnie hat geschrieben: Und noch eine Sache: wirklich genial ist es, wenn Du das "Reifen" der Gitarre mitverfolgst. Meine Strat war als Neukauf ein ordentliches Arbeitstier, aber nach mittlerweile zehn Jahren merke ich, daß der Ton "erwachsener" wird, daß wir uns mittlerweile angenähert haben. Solche Momente sind unbezahlbar: wenn Du merkst, daß die Gitarre ein Teil Deines Spiels geworden ist... :D
Das meißeln wir dann mal in Stein, oder? Man kann dieses Erlebnis nur jedem Gitarristen wünschen.
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Hans Muff
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Re: Was macht für Euch ne gute Gitarre aus?

Beitrag von Hans Muff »

Johnnie hat geschrieben:Und noch eine Sache: wirklich genial ist es, wenn Du das "Reifen" der Gitarre mitverfolgst. Meine Strat war als Neukauf ein ordentliches Arbeitstier, aber nach mittlerweile zehn Jahren merke ich, daß der Ton "erwachsener" wird, daß wir uns mittlerweile angenähert haben. Solche Momente sind unbezahlbar: wenn Du merkst, daß die Gitarre ein Teil Deines Spiels geworden ist... :D
Diese Momente kenne ich! Allerdings habe ich mir immer die Frage gestellt, ob sich wohl eher das Instrument verändert hat (also durch die permanente Schwingung, oder aber auch durch Luftfeuchtigkeit o.ä.) oder ich selbst. Früher dachte ich immer, dass das Instrument irgendwie "besser" klingt, "besser" schwingt oder einfach besser spielt.
Ich glaube aber nun eher, dass man sich selbst ändert, sich mehr und mehr auf das Instrument einstellt, genau die Vorteile des jeweiligen herauskitzeln kann und versucht die Schwächen des Instrumentes zu kaschieren.

Aber auch das macht eine gute Gitarre aus, dass sie eben Fehler hat die einem bewusst sind und Vorteile die man aber erst im Laufe der Zeit erfährt.
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