Marshall JTM45 - er wird gemoddet

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Mike
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Marshall JTM45 - er wird gemoddet

Beitrag von Mike » 22.10.2012, 11:50

Moin Folks,

ich bin lange mit dem Gedanken schwanger gegangen meinen JTM45 Reissue zu modden. Wer glaubt 30 Watt Vollröhre sein doch okay für Clubgigs und Proben, der hat noch keinen JTM45 gespielt :-) Der gute bekommt ein schönes Lifting.
Zum einen wird ein Dynamic Range eingabut (Master Volumen ohne Soundverlust) zum anderen wird er etwas seidiger abgestimmt. Habe lange darüber nachgedacht, den Amp zu verkaufen und einen Suhr Badger zu holen, aber irgendwie ist die Kiste klanglich so voll und bis auf 1-2 kleine Pukte habe ich auch ciht vermisst, da macht der Mod einer renommierten Schmiede eigentlich mehr Sinn - vor allem das Portemonnaie freut sich :-)
Anfang Nov soll es losgehen und zum nächsten Gig Anfang Dez greife ich dann auf ein neues Klangkleid zurück. Ich bin mega gespannt und werde mal Sounds posten. Im Internet schrieb jemand, dass man auch mal mit seinem Sound hadern soll und nicht immer direkt switchen sollte - ich finde den Ansatz wirklich gut, denn wer von uns hat nicht schon voreilig was Neues angeschafft, wenn das Alte hätte mit wenig Mühe modifiziert werden können.
Zuletzt geändert von Mike am 10.11.2012, 21:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Hans Muff
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Beitrag von Hans Muff » 22.10.2012, 12:20

Halte ich für eine sinnvolle Idee! Wenn man soweit zufrieden ist, nur ein, zwei Dinge verbessert werden müssen gibt es nix besseres.

Nimm auf jeden Fall als Referenz (ggf. Einstellungen notieren) auf!!! Damit man hinterher besser vergleichen kann.

Was ich nicht verstanden habe ist der Punkt mit der Lautstärke. Ist Dir das zu wenig oder zuviel?
Also ich bin nach wie vor der Meinung, dass 25 Watt mehr als ausreichend sind. In kleinen Clubs reicht das doch dicke. Bei größeren Events wird dann eh abgenommen.
Klar, der Sound bleibt länger konstant, deto mehr Watt man hat. Und ein Lautsprecher benötigt auch eine gewisse Lautstärke um zu klingen. Aber das sollte doch eigentlich reichen, oder?
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Beitrag von Mike » 22.10.2012, 13:07

Hans Muff hat geschrieben: Was ich nicht verstanden habe ist der Punkt mit der Lautstärke. Ist Dir das zu wenig oder zuviel?
Also ich bin nach wie vor der Meinung, dass 25 Watt mehr als ausreichend sind. In kleinen Clubs reicht das doch dicke. Bei größeren Events wird dann eh abgenommen.
Mein JTM ist höllelaut! Er wird jetzt gezähmt. Musste schon einige Clubgigs mit umgedrehter Box spielen, kein Witz...

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Beitrag von Hans Muff » 22.10.2012, 13:11

Ah, ich dachte schon. Alles andere hätte mich jetzt echt gewundert. Kam im Ursprungspost von Dir falsch bei mir an.

Lass Dir doch ne stufenlose Leistungsreduzierung, so wie beim AFD Topteil einbauen. Sowas finde ich immer gut und man bleibt flexibel.
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Beitrag von Schröder » 23.10.2012, 06:05

Haha, das erinnert mich an ein unvergessliches Erlebnis. Ich habe mal einen 100Watt Plexi gespielt, ein wirklich Alter! Fragt mich jetzt nicht nach dem genauen Typ. Ein Freund von mir sagte in dessen PR zu mir, ich solle mir mal die Ohren "freiblasen" lassen. Er gab mir dann eine Gibson Explorer, ´n Kabel in den Marshall und sagte: "Moment, lass mich kurz raus!" :D :D :D

Dann habe ich die Giatrre aufgedreht, der Marshall war VOLL aufgedreht. Der Sound war nicht zu beschreiben. Was ist das für ein Gefühl einen 100-Watt Röhrenamp in die Endstufensättigung zu fahren. Ich habe mich aber nicht in den Schallkegel der Box getraut! Was war das für eine Lautstärke. Ich hatte das Gefühl, der Raum wird irgendwie "grösser" von dem unbeschreiblichen Schalldruck! ;-)

Fazit: Sicherlich der unglaublichste Sound, den ich je gespielt habe, aber WO soll man den spielen?! Selbst der lauteste Schlagzeuger dürfte gegen diese Naturgewalt nicht ankommen!

Schon wieder OT, aber zumindest themenverwandt :D
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Beitrag von Hans Muff » 23.10.2012, 09:30

@Schröder: Sowas hab ich auch mal erlebt. Das ist dann fast, als würden Amp und Gitarre ein Eigenleben entwickeln. Unbeschreiblich.

Das Problem ist halt immer die Balance zu finden zwischen Endstufensättigung und Lautstärke.
Ich habe hier Zuhause einen Power-Attenuator, der sich stufenlos regeln lässt. Fährt man dann einen Marshall in die Sättigung ist es Hölle laut! Power-Attenuator runter auf maximal 1 %: Ergebnis - unbefriedigend, denn es klingt nicht mehr. Warum: Weil der Speaker nicht gefordert wird. Ein Speaker hat genauso wie die Endstufe und Vorstufe einen Punkt wo es geil klingt. Darüber wobbelt das Teil nur noch, darunter klingt es dünn.

Aus diesem Grund habe ich mir eine Kombination aus Amp - Powerattenuator und Iso-Box geholt. So kann man den Amp laut fahren, die Lautstärke mittels PA runter nehmen, die Speaker aber trotzdem nicht zu leise fahren, da die Isobox den Schall ja nur bedingt nach draussen lässt.

Ich weiß selbst das es verrückt ist. Aber so erziele ich die besten Ergebnisse. Also Zuhause. Im Proberaum könnte ich natürlich die Isobox weg lassen. Das wäre dann noch besser. Aber ich spiele nun mal zu 99% Zuhause. Deshalb diese Lösung.

Aber jetzt driften wir komplett ab. LAssen wir Mike seinen Thread und warten geduldig auf Neuigkeiten, Infos und Sounds :P .
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Beitrag von Mike » 23.10.2012, 10:03

Jungs, das ist doch keines Wegs OT! Lasst euch nicht bremsen! Zu der Frage wo man so etwas spielen soll, habe ich mal ein Interview mit Jim Marshall gelesen. Man stelle sich einen Club im London Mitte der 60 Jahre vor. 500 Leute drängen sich in ein Kellergewölbe, die Meute sitzt nicht, sondern steht in dichten Reihen vor der Bühne. Mit einem 15 Watt Amp kommst du da nicht weit. Ich glaube auch PA Abnahmen waren damals nicht an der Tagesordnung, da musste man auch mal selbst in der Lage sein zu "beschallen". Ich bin fest davon überzeugt, dass der laute und organische Sound viel zur Inspiration beiträgt. Musik ist Dynamik und manchmal spürt man diese halt auch gerne. Wir werden mit der Band kaum über PA abgenommen, von daher ist die Reserve schon ganz gut, wenn auch für viele Locations zu kraftvoll.

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Beitrag von Hans Muff » 23.10.2012, 10:11

Klar, wenn man sich die Geschichte anguckt, die hinter diesen Amps steckt, dann wird klar warum diese so gebaut werden.
Ich habe mal einen Bericht gesehen, wo es um das Equipment der Beatles ging. Die hatten für damalige Verhältnisse dick aufgefahren und ihre Vöxe geprügelt bis geht nicht mehr. Trotzdem hörte man ab der Mitte des Saals bis hinten aufgrund des Geschreis gar nichts mehr!!!

Aber ernsthaft. Ich hatte früher mal einen 50W Marshall Vollröhre. Den habe ich auf 25W gedrosselt und damit Gigs gespielt (ohne PA) bis ca. 200 Personen. War da auch noch nicht ganz ausgefahren.

@Mike: Was hast Du eigentlich für ne Box?
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Beitrag von Mike » 23.10.2012, 10:45

Im Augenblick eine 4x12er mit Celestion Greenbacks G12T-75. Ich werde aber umrüsten auf 20er Greenbacks. Hatte lange überlegt, ob ich mir eine 2x12er zulege, aber ich fühle mich mit der 4x12er einfach wohler. Da ic auch die einzige Gitarre in der Band bin neben Bass und Schlagzeug, muss ich entsprechend auch Raum einnehmen - klanglich versteht sich.

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Beitrag von Johnnie » 23.10.2012, 12:50

Ich bin mittlerweile auch drei Stufen zurückgefahren, weil ein 4x12-100W-Stack bei kleinen bis mittleren Gigs einfach zuviel Raum im Bandmix einnimmt. Und wenn man runterfährt, machts auch keinen Spass.
Meine Lösung - 1 12"-50W-Marshall-Combo und eine 1x12"-Zusatzbox, fertig. Die zwei Zwölfer haben guten Druck, verursachen aber auch keinen Orkan. Und die Bandkollegen danken es auch.

Ein zweites Problem ist damit auch aus der Welt - egal wie sehr man es sich vornimmt, wenn zwei Gitarristen mit lauten Amps auflaufen, kommt es früher oder später zum "loudness war". Dann schaukeln sich beide regelrecht hoch, bis es nur noch lächerlich ist.
Jetzt höre ich den Kollegen auf der anderen Seite der Bühne über die Monitore, und er ebenso. Ist doch was feines... :wink:
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Beitrag von Schröder » 23.10.2012, 14:49

Hi Johniee,

gut, das Folgende ist jetzt WIRKLICH OT, sorry dafür!

Aber für dein oben beschriebenes Live-Problem, dass sich alle übertönen, lobe ich mir mein In-Ear- Monitoring! Da ist dir das aber sowas von egal, wie sehr der "loudness-war" auf der Bühne tobt! Und es klingt einfach genial!

Der Ton eines aufgerissenen Röhrenamps ist mit nichts zu vergleichen, aber mein Setup ist banddienlich und ohrenfreundlich! :wink:
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Beitrag von Mike » 12.11.2012, 13:27

Okay, der JTM ist gepimpt. Ich muss zugeben, ich habe noch gehadert und überlegt, ob ich es wirklich machen soll. Schließlich klingt er so auch schon sehr gut.

Ich habe mich dann entschlossen zu Dirk Baldringer zu gehen. Zum einen kenne ich seine Arbeit, zum anderen hat er beste Referenzen und ist als Entwickler an vielen Produkten beteiligt gewesen.

Dirk hat sich extra die Zeit genommen und ich bin dann bei ihm in Leverkusen Opladen gewesen. Dort hat er dann alles nach Wunsch gemoddet und 2 Stunden später habe ich den Amp wieder mit nach Hause genommen. Zwischenzeitlich gab e eine Führung durchs Studio (der Hammer sage ich euch).

Ich habe ihn gebeten den Amp etwas weicher zu machen. Kein großes Tuning, keine großen Veränderungen. Dirk hat dann einige Kapazitoren ausgetauscht und den Presence-Regler so überarbeitet, dass er nun auch wirklich spürbar arbeitet. Das Mastervolumen auf der Rückseite verleiht dem Amp nun „dicke Backen“, ohne dass einem die Lautstärke den Kopf abreißt und ohne dass es gleich nach AC/DC Brett klingt. Das wollte ich nicht, ich wollte einfach nur den harten, etwas knochigen Charakter eindämmen, meine Pedale machen ja alle einen tollen Job und geben mir die Zerrgrade die ich benötige. Der neue Klang trägt zur Zerre angenehm bei, er hat jetzt so einen Growl. Paula ohne Pedal ist nun so soundmäßig bei Free/Led Zeppelin/Stones.

GROßE ÜBERRASCHUNG – stellt euch mal vor, in so vielen Foren steht, dass der originale JTM45 mit KT66 Röhren ausgestattet war. Die Reissues kommen mit EC53…oder so ähnlich, also nicht wirklich zu vergleichen. Umsteigen auf KT66 hatte ich mir auch mal überlegt, aber das Ganze ist schon ziemlich kostspielig. Da macht also der Dirk den Amp auf, und siehe da….mich lächeln wunderschöne KT66 Röhren an – danke lieber Vorbesitzer, das ist wie Weihnachten!!! Kein Wunder, dass ich von so vielen Leuten angesprochen wurde, dass de Amp so gut klingt, viel besser als alle Reissues die sie sonst so gehört haben. Meiomei, ich habe das Teil doch noch nie aufgeschraubt, warum auch, zum einen habe ich keine Ahnung davon, zu anderen sprechen wir hier über ein durchaus lebensgefährliche Situation, wenn man da was falsch macht.

Zu guter Letzt wurden noch die Vorstufenröhren auf Longplates umgestellt und die Chinaböller, die da drin waren ausgewechselt. Holy…da fing der gute JTM richtig an zu leben.

Morgen ist dann Feuertaufe bei der Bandprobe. Es wird sicherlich ein wenig dauern, bis ich mich soundlich eingestellt habe, denn er klingt jetzt wirklich wärmer, hat aber natürlich nichts von seinem Charme eingebüßt. Zu Hause hört sich das schon toll an und wenn er mir jetzt bei der Probe nicht um die Ohren fliegt, ist alles in Butter, hahaha.

Ich werde berichten und mal ein Video machen, augenblicklich sind wir aber im Stress wegen eines anstehenden Gigs am 01.12., danach werde ich aber die Zeit finden.

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Beitrag von Hans Muff » 12.11.2012, 16:21

Hört sich doch gut an. Und es scheint ja nicht mal viel gemacht worden zu sein. 2 Stunden ist ja gar nichts.
Was mich ein bisschen wundert (allerdings ohne zu wissen, wie lange Du dne Amp schon hast/nutzt), ist die Tatsache, dass Du nicht wusstest was da für Röhren drin sind. Ich meine, alleine mit den Preampröhren experimentiere ich eigentlich immer rum. Und bei exzessivem Gebrauch ist bei mir spätestens nach 18-24 Monaten ein Endstufen-Röhren-Wechsel fällig. Spääääätestens.

Darf man fragen, was Du bezahlt hast. Ich finde solche Tuning-Geschichten immer geil. Hast Du auch Bilder gemacht?
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Beitrag von Mike » 12.11.2012, 16:50

Hans Muff hat geschrieben:Hört sich doch gut an. Und es scheint ja nicht mal viel gemacht worden zu sein. 2 Stunden ist ja gar nichts.
Was mich ein bisschen wundert (allerdings ohne zu wissen, wie lange Du dne Amp schon hast/nutzt), ist die Tatsache, dass Du nicht wusstest was da für Röhren drin sind. Ich meine, alleine mit den Preampröhren experimentiere ich eigentlich immer rum. Und bei exzessivem Gebrauch ist bei mir spätestens nach 18-24 Monaten ein Endstufen-Röhren-Wechsel fällig. Spääääätestens.

Darf man fragen, was Du bezahlt hast. Ich finde solche Tuning-Geschichten immer geil. Hast Du auch Bilder gemacht?
Wie gesagt, ich schaue da nie rein, bin davon ausgegangen, dass die Standardröhren drin sind. Die Überraschung war echt groß und erfreulich!
Bilder habe ich nicht gemacht, preislich....bestes Preis/Leistungsverhältnis von allen Moddern da draußen.

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